Projekte

Leben in Meisburg im Alter - Alt werden in Meisburg ist machbar!

Projektträger: Ortsgemeinde Meisburg
Kurzbeschreibung:

Hintergrund:

Das Modellvorhaben „Alt werden in Meisburg ist machbar!“ wurde als Wettbewerbsbeitrag von der Ortsgemeinde Meisburg beim Wettbewerb „235 gute Gründe zum Leben und Arbeiten: mitten drin im Dorf“ bei der LAG Vulkaneifel eingereicht.

Meisburg ist ein kleines Dorf mit 256 Einwohnern (2009), gehört der VG Daun und damit dem Landkreis Vulkaneifel an.

Das Modellvorhaben hat das Ziel, die Ortsgemeinde Meisburg so zu entwickeln, dass die Bedürfnisse vor allem der alten und sehr alten Menschen möglichst optimal berücksichtigt werden.

Wenngleich die Ortsgemeinde Meisburg hinsichtlich der demographischen Situation heute relativ stabil ist (stabile Bevölkerungszahlen und geringe Altersstrukturverschiebung in den letzten Jahren), ist das Thema „Alt werden im Dorf“ trotzdem wichtig, denn:

  • Fast ein Viertel der Menschen in Meisburg sind heute > 65-Jahre. Diese Altersgruppe muss sich – gewollt oder ungewollt - mit der Frage „alt werden in Meisburg“ auseinandersetzen.
  • Die Situation im Bereich Wohnen ist nicht optimal. In Meisburg leben bereits heute eine Reihe von älteren Menschen alleine, in zum Teil großen Anwesen. Dies betrifft ca.15 bis 20 Häuser mit allein stehenden Menschen > 70 Jahre.
  • Die Einbindung der älteren Menschen in die Dorfgemeinschaft ist heute gut. Es stellt sich jedoch die Frage, wie diese gute Ausgangssituation in der Zukunft weiter entwickelt werden kann, wenn die Infrastruktur sich in der Tendenz eher weiter aus der Fläche zurück zieht, die Menschen noch älter werden und die Belastungen für die jungen und mittleren Altersgruppen (in Ausbildung und Beruf) eher noch steigen.
  • Meisburg ist eine Ortsgemeinde im Hinterbüsch. Im Hinterbüsch finden sich die bekannten Problemlagen in den Teilbereichen der Daseinsvorsorge in ländlichen Gebieten, die aktuell diskutiert werden. Herauszuheben sind hier die medizinische Versorgung, die öffentlichen Mobilitätsangebote und die Grundversorgung.

Zum einen ist der Problemdruck vor Ort sichtbar, zum anderen ermöglicht die noch recht gute Ausgangslage in Meisburg eine aktive Entwicklung.

Das Modellvorhaben:

Die Vision, die hier zugrunde liegt, lautet: Jeder Meisburger, jede Meisburgerin kann das gesamte Leben in Meisburg leben und muss das Dorf nicht verlassen, nur weil er oder sie alt wird.

Um diese Vision mit Leben zu erfüllen, muss ein altersgerechter Dorfumbau initiiert und umgesetzt werden. Dabei gilt der Schwerpunkt des Interesses vor allem den alten und sehr alten Menschen in Meisburg, jedoch ihnen nicht allein. Ein altersgerechter Dorfumbau muss das ganze Dorf einbeziehen, um notwendige gesellschaftliche Prozesse im Dorf initiieren zu können. Aus diesem Grund wendet sich das Modellvorhaben an die gesamte Dorfgemeinschaft und bezieht auch deren Interessen ein.

Im Zuge des bekannten demographischen Wandels (weniger Bevölkerung, älter werdende Bevölkerung, „buntere“ Bevölkerung) kommt der Frage, unter welchen Rahmenbedingungen „alt werden in den Dörfern“ würdevoll und lebenswert gestaltet werden kann, eine herausgehobene Bedeutung zu. Wie dies in einem ganzheitlichen Ansatz gelingen kann, soll in der Ortsgemeinde Meisburg erprobt werden und später hinsichtlich Zugang und Methodik auf andere Dörfer übertragbar sein.

Um eine Ortsgemeinde altersgerecht umzubauen, braucht es einen ganzheitlichen Ansatz, der vom einzelnen Menschen aus denkend verschiedenste Fragen in den Blick nimmt (siehe nachfolgende Abbildung).

Abbildung: relevante Bereiche im altersgerechten Dorfumbau

Quelle: Eigene Darstellung.

Neben baulichen und investitionsbezogenen Fragen, die nachfolgend beschrieben werden, sind dabei vor allem soziale Prozesse im Dorf zu gestalten und zu entwickeln. Gegen die Vereinsamung im Alter können gezielte Projekte (Besuchsdienste, Vereinsaktivitäten etc.) helfen, daneben hilft jedoch auch eine aktive Nachbarschaft, in die alle im Dorf eingebunden sind. Das Eingebundensein in das Dorfleben und in die Nachbarschaft, Kommunikationserlebnisse im Dorf, Teilhabe an Aktivitäten des Vereins- und Kirchenleben sind neben einer sich unterstützenden Nachbarschaft wichtig für die Lebensqualität in Meisburg, insbesondere für eine ältere Bevölkerung, die stärker auf Beziehung im Dorf angewiesen ist.

Darüber hinaus wird es neue Antworten zur Wohnsituation im Alter geben müssen. Die heute oftmals zu beobachtende Situation alleinstehender alter Menschen in großen, nicht barrierefreien Häusern kann nicht das Modell der Zukunft sein. Gerade für Menschen, die heute in die dritte Lebensphase einsteigen und diese aktiv gestalten wollen, werden neue Wohnformen (genossenschaftlich getragene Wohnprojekte etc., Generationenprojekte ) interessant. Aber auch betreute Wohnangebote können eine Möglichkeit sein. In einem altersgerechten Dorfumbau im Meisburg wird damit die Wohnsituation der alten und älteren Menschen sowie die Sensibilisierung für und ggf. der Aufbau von innovativen Wohnprojekten ein Handlungsfeld.

Eine ganzheitliche Betrachtungsweise eines altersgerechten Dorfumbaus umfasst auch die Beschäftigung mit Fragen der Daseinsvorsorge (medizinische Versorgung, Pflege, Grundversorgung mit Produkten und Dienstleistungen, Mobilität). Die aktuelle Situation ist für die betrachtete Zielgruppe der alten und sehr alten Menschen zu analysieren und zu bewerten. Herauszuarbeiten ist, was die Bedarfslagen der angesprochenen Zielgruppe in diesen Bereichen in Meisburg sind und wie diese entwickelt werden können. Dies umfasst auch den Blick über den Tellerrand der eigenen Ortsgemeinde.

Zudem sei noch darauf hingewiesen, dass ein altersgerechter Dorfumbau auch den Aspekt Arbeit berücksichtigen sollte. Arbeit ist wichtiger Teil der Biographie von Menschen, sie werden zu einem großen Teil durch ihre Berufsbiographie geprägt. Viele alte Menschen und auch solche, die gerade aktuell aus dem Erwerbsleben aussteigen, wünschen sich, mit ihren Fähigkeiten und ihrem Wissen gebraucht zu werden. Das Know-how und das Engagementpotenzial älterer Menschen bspw. für ehrenamtliche Tätigkeiten zu erschließen kann mit zu einem ganzheitlichen Ansatz gehören.

Damit geht das Modellvorhaben einen neuen Weg, in dem konzeptionelles Arbeiten (zur Analyse der Situation) mit gesellschaftlichen Prozessen im Dorf kombiniert werden. Basis für den altersgerechten Dorfumbau ist die Sensibilität und das Wissen darum in den Köpfen der Meisburger (Wandel in den Köpfen).

Gelingt dies, kann Meisburg auch für Menschen, die einen Lebensstandort für die dritte Lebensphase suchen, interessant werden.

Projektziele:

Die Projektziele im Überblick:

- erarbeitete Strategie für eine altersgerechte Ortsgemeinde Meisburg
- identifizierte Handlungsansätze für den altersgerechten Dorfumbau
- sensibilisierte Dorfgemeinschaft (und insbesondere der älteren Menschen) für die Fragen
„Leben - auf dem Dorf im Alter – Leben in Meisburg im Alter“
- aktivierte Dorfgemeinschaft, um die altersgerechte Entwicklung Meisburgs zu beginnen

Umsetzungszeitraum: Januar bis.4. Quartal 2012
Projektstand: in der Umsetzung
Förderschwerpunkte: Gewinnerprojekt im Rahmen des Wettbewerbes „235 gute Gründe zum Leben und Arbeiten: mitten drin im Dorf“ der LAG Vulkaneifel
Handlungsfeld/Maßnahmenbereich: Handlungsfeld C: Lebensräume der Vulkaneifel zukunftsfähig machen
Ansprechpartner: Dieter Klein, Bürgermeister der Ortsgemeinde Meisburg, Telefon: 06599/242 , Telefax: 06599/9279907, Email: ortsgemeinde.meisburg@vgdaun.de